Die italienische Opposition hat eine Untersuchung gefordert, nachdem mehrere hundert Menschen im Zentrum von Rom einen faschistischen Gruß gezeigt hatten. Die Versammelten riefen auch neofaschistische Slogans.

Die Kundgebung fand in der Nähe des ehemaligen Sitzes der neofaschistischen Partei Italienische Soziale Bewegung (MSI) statt (die Partei existiert seit 1995 nicht mehr). Die Partei wandelte sich später in die rechtsgerichtete Partei Brüder Italiens um, deren Vorsitzender Giorgi Meloni heute an der Spitze des Landes steht.

„Was geschehen ist, ist inakzeptabel. Neofaschistische Gruppen müssen gemäß der Verfassung aufgelöst werden“, schrieb die Mitte-Links-Politikerin Elly Schlein in den sozialen Medien. Andere Politiker bezeichneten den Vorfall als eine „Schande für die europäische Demokratie“. Die Opposition forderte eine Untersuchung.

Die neofaschistische Aktion diente dem Gedenken an die Mitglieder der Jugendorganisation MSI, die am 7. Januar 1978 von militanten Linken getötet worden sein sollen. Alle Getöteten waren Teenager. Gleichzeitig hat die Polizei die Täter nie gefunden. Seitdem wird in Rom und Mailand jährlich ein Gedenkgottesdienst abgehalten. Seit Meloni an der Macht ist, hat die Zahl der Teilnehmer an solchen Aktionen jedoch deutlich zugenommen.


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