Hunderte Erdbeben am Supervulkan: Experten warnen vor Gefahren für Neapel. Die Stadt Pozzuoli, die auf dem Supervulkan Campi Flegrei liegt, ist stark betroffen. In den letzten Tagen kam es zu zahlreichen seismischen Aktivitäten, darunter ein Beben mit einer Magnitude von 3,1. Es gab keine Verletzten, aber viele Menschen verließen aus Angst ihre Häuser. Besorgniserregend ist das schnelle Ansteigen des Bodens, das auf Magma und Gase hindeutet. Gleichzeitig steigen die Konzentrationen von Kohlendioxid und Schwefel in der Luft. Historische Gebäude und Straßen sind bereits beschädigt, was die Sorge um stärkere Beben erhöht. Viele Menschen übernachten aus Angst vor weiteren Erschütterungen in Autos oder Notunterkünften.

vakuierung in Betracht ziehen“
Der Vulkanologe Giuseppe De Natale hält die Lage für ernst. „Die seismische Aktivität hat einen Punkt erreicht, an dem wir eine Evakuierung in Betracht ziehen müssen“, sagte er dem Nachrichtenportal Fanpage.it. Besonders in den Zonen, in denen die stärksten Beben auftreten, müsse schnell gehandelt werden.

Bereits 2017 hatte De Natale mit seinem Team vorausgesagt, dass die Hebung des Bodens die seismische Aktivität weiter anfachen würde. „Seit 2006 steigt der Druck im Untergrund, das Bodenniveau in Pozzuoli liegt mittlerweile 1,40 Meter höher als damals“, erklärt er. Die Erdbeben seien nicht nur häufiger geworden, sondern erreichten auch höhere Magnituden. „In dieser Region sind Beben der Stärke 5 möglich – das wäre etwa 40-mal so viel Energie wie die derzeitigen Erschütterungen.Wie lange kann man nach einem Erdbeben unter Trümmern überleben?
Wissenschaft: Vorhersage unmöglich – Warum niemand weiß, wann die Erde bebt
Vulkanologe: „Es bleibt keine Zeit mehr“
Die Behörden wissen um die Gefahren. Bereits im vergangenen Jahr erklärte Zivilschutzminister Nello Musumeci, dass in der Sperrzone rund 8000 Gebäude als gefährdet eingestuft wurden – darunter 1250 mit hohem und 2750 mit mittlerem Risiko. Dennoch gab es keine weiteren Maßnahmen. Viele Menschen wissen bis heute nicht, ob ihre Wohnhäuser als einsturzgefährdet gelten.

Der Unmut in der Region wächst. Während sich die Aktivität des Vulkans verstärkt, warten die Bewohner auf Antworten. „Es bleibt keine Zeit mehr“, warnt De Natale. „Die Katastrophenschützer hätten längst handeln müssen.“


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