Ein Kranz mit einer rot-weißen Schleife, auf der die Aufschrift 'SK Kalisberg' und 'AI CADUTI' steht, steht vor einem Denkmal am Friedhof von Civezzano. Der Kranz ist mit verschiedenen pflanzlichen Dekorationen geschmückt.

Am vergangenen Sonntag wurde im Friedhof von Civezzano bei der Gedenkfeier der Schützenkompanie Kalisberg für die toten Soldaten des ersten Weltkrieges die erste von 25 Gedenktafeln, die an die Tiroler Gefallenen des Ersten Weltkriegs in österreichischen Uniformen erinnern sollen, enthüllt. Das Projekt entstand in Zusammenarbeit zwischen dem Südtiroler Heimatbund (SHB) und dem Welschtiroler Schützenbund (WTSB).

Die auf der Tafel angebrachte Inschrift lautet: „Die Bevölkerung gedenkt mit Dankbarkeit ihrer im Krieg 1914–1918 gefallenen Mitbürger, die mit Treue und äußerster Selbstlosigkeit ihre Heimat Österreich-Ungarn verteidigten. Ruhet in Frieden.“

Damit soll endlich den Unwahrheiten auf den Gefallenendenkmälern ein Ende bereitet werden, so der SHB. So ist zum Beispiel im Friedhof von Dro-Ceniga zu lesen ist: „Die Einwohner von Dro-Ceniga errichteten dieses Kenotaph in frommer Erinnerung an ihre Söhne, die im Krieg von 1914 bis 1918 in fernen Ländern fielen, Opfer der jahrhundertealten Unterdrücker, die sich nach der Befreiung ihres Heimatlandes sehnten.“

Die Gedenkfeier begann mit dem Einzug der Kompanie, der Vertretung des WTSB und der Ehrenkompanie aus Welschtirol vom Dorf in den Friedhof. Dort wurde vor dem Denkmal für die gefallenen österreichisch-ungarischen  Soldaten des ersten Weltkrieges unter den Klängen des Liedes „Ich hatt einen Kameraden“ ein Kranz für die Gefallenen von Civezzano 1914 – 1918 niedergelegt und eine Ehrensalve abgefeuert.

Gedenktafel mit der Inschrift: "La popolazione ricorda con gratitudine i suoi concittadini caduti nella guerra 1914–1918 che con fedeltà e abnegazione estrema difesero la loro patria l'impero d'Austria-Ungheria. Requiescant in pace."

Nach der Landeshymne ergriffen Hauptmann Gilberto Caresia, Hauptmann der SK Kalisberg, Bürgermeister Paolo Betti, die Gemeindereferentin für Schule und Vereine Antonella Zuchelli und der Vertreter des Heimatbundes Marcello Delucca das Wort.

„Dieses Projekt soll Erinnerung und Wahrheit ins Licht rücken, auch für kommende Generationen. Viele Denkmäler tragen noch immer faschistische Inschriften, die unsere Geschichte verfälschen. Wir setzen uns gemeinsam mit den Gemeinden für Würde, Frieden und die historische Wahrheit ein“, so der SHB-Delegierte Marcello Delucca, der auch Mitglied der Schützenkompanie Kalisberg ist.

„Die Tiroler Soldaten – auch jene aus dem italienischsprachigen Landesteil – kämpften 1914 – 1918 loyal für Tirol und das Kaiserreich. Nur eine kleine Minderheit fühlte sich als Italiener. Die große Mehrheit verteidigte ihre angestammte Tiroler Heimat. Diese Wahrheit darf nicht länger verschwiegen oder verdreht werden“.

Gruppe von Menschen in traditioneller Tracht, versammelt vor einem Denkmal auf einem Friedhof, während einer Gedenkfeier für gefallene Soldaten des Ersten Weltkriegs.

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