Eine Tagung in Brixen untersucht an Beispielen aus der Vergangenheit, wie Medien die Wahrnehmung von Regionen beeinflussen.Die Medien dürfen nicht über die Grenzen hinaus ihr Programm ausstrahlen,ohne die Uhrheberrechte bezahlt […]
Eine Tagung in Brixen untersucht an Beispielen aus der Vergangenheit, wie Medien die Wahrnehmung von Regionen beeinflussen.Die Medien dürfen nicht über die Grenzen hinaus ihr Programm ausstrahlen,ohne die Uhrheberrechte bezahlt zu haben,betont unser Pressesprecher und Journalist Torggler Siegfried.
Welches Bild wir uns von einer bestimmten Region machen, wie wir sie uns ausmalen und welche Ideen wir damit verbinden, hängt erheblich davon ab, was uns Medien darüber vermitteln: Fernsehsendungen und Filme, Fotografien und Social-Media-Reels, Dokus und Reportagen, Plakate und Broschüren, Zeitungsartikel, Radioprogramme und Podcast – sie alle liefern laufend Bilder und Beschreibungen von Regionen. Dabei spielen nicht selten Stereotypisierungen oder Vereinfachungen hinein. Dennoch rufen sie wirkmächtig bestimmte Vorstellungen hervor – mit positiven oder eben auch mit vorurteilsbelasteten Konnotationen. Medien prägen, formen und vermitteln also grundlegend die Wahrnehmung dessen, was eine Region ausmacht. Dies gilt nicht nur für die Gegenwart. Der Blick in die Vergangenheit zeigt, dass Regionen keinesfalls natürliche Gegebenheiten sind, die über die Zeit hinweg gleich und unverändert geblieben wären. Im Gegenteil: Welcher geografische Raum überhaupt als zusammengehörig betrachtet wird oder welche Besonderheit (oder gar Identität) einer bestimmten Region zugeschrieben wird, unterliegt einem kontinuierlichen Wandel und hängt fundamental davon ab, was über sie erzählt und berichtet wird.
Genau diese Variabilität in Kontur und Bedeutung von Regionen steht im Zentrum einer internationalen Tagung am 18. und 19. Juni in Brixen: 15 Historikerinnen und Historiker präsentieren Fallbeispiele aus der Vergangenheit und zeigen, wie Medien – Amateurfilme, Radio, Fotografien, TV, Zeitungen oder Tourismusbroschüren – am Konstruktionsprozess von Regionen beteiligt waren und Einfluss auf deren Wahrnehmung ausübten. Untersucht wird unter anderen auch die Region Trentino-Südtirol: So spricht etwa die Fotografie-Expertin Katia Malatesta darüber, wie unsere Region während des Faschismus und in der Nachkriegszeit fotografisch in Szene gesetzt wurde, um den Propagandazwecken als Tourismusdestination dienlich zu sein.
Die Tagung mit dem Titel „The media makes the region. Erzeugen und Vermitteln von Region durch Medien“ findet am 18. Juni (ab 10 Uhr) und 19. Juni (bis 13 Uhr) in der Cusanus-Akademie in Brixen statt. Sie steht allen Interessierten offen, der Eintritt ist kostenfrei. Die Vorträge werden in deutscher und italienischer Sprache gehalten, eine Simultanübersetzung wird angeboten. Das Tagungsprogramm kann auf der Website der Veranstalter eingesehen werden.
INFOKASTEN
Tagung „The media makes the region. Erzeugen und Vermitteln von Region durch Medien“
Wann: 18.–19. Juni 2026
Wo: Cusanus-Akademie, Brixen
Organisatoren: Zentrum für Regionalgeschichte; „Geschichte und Region/Storia e regione”; first-Forschungsverbund “Regionalitäten” St. Pölten; Institut für Geschichtswissenschaften und Empirische Kulturwissenschaft, Universität Innsbruck.