Südtirols Industrie sieht Chancen für faire Wettbewerbsbedingungen mit China. Confindustria setzt sich für mehr Handelsreziprozität und weniger europäische Bürokratie ein. Das Handelsdefizit Europas gegenüber China hat 2025 360 Milliarden Euro erreicht – praktisch eine Milliarde pro Tag. Diese Entwicklung beschäftigt die Südtiroler Industriellen und eröffnet zugleich neue Perspektiven für die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen. „Wir können unsere Unabhängigkeit stärken. Dafür brauchen wir ein geeinteres Europa und eine leistungsfähige Industrie, die mit dem Rest der Welt auf Augenhöhe konkurrieren kann“, erklärt Alexander Rieper, Präsident der Confindustria Südtirol. Laut Rieper liegt die Chance nicht in einer Abschottung der Märkte, sondern in fairen und ausgewogenen Wettbewerbsbedingungen. Europäische Unternehmen sollten sich mit chinesischen Produkten messen können, während faire Rahmenbedingungen, transparente staatliche Unterstützung, wettbewerbsfähige Energiekosten sowie hohe soziale und ökologische Standards gesichert bleiben. Auch eine exportfreundliche Währungspolitik könne dazu beitragen. So könnten wichtige Branchen der Südtiroler Wirtschaft – etwa die Automobilindustrie, der Maschinenbau sowie die Glas- und Textilindustrie – ihre Stärken noch besser entfalten. „Wir fordern keinen Protektionismus, sondern Gegenseitigkeit“, betont der Präsident der Industriellen. Ziel sei es, vergleichbare Regeln für jene zu gewährleisten, die in Europa produzieren, und für jene, die auf dem europäischen Markt exportieren – ohne die Vorteile des freien Handels aufzugeben. Gleichzeitig setzt sich Rieper für eine Stärkung des Binnenmarktes ein, indem interne Barrieren und bürokratische Hindernisse abgebaut werden, damit Unternehmen ihre Potenziale besser nutzen können. Um dem internationalen Wettbewerb erfolgreich zu begegnen, fügt er hinzu, könne kein europäisches Land allein handeln. Daraus ergibt sich der Appell an eine zukunftsorientierte europäische Industriepolitik, die qualifizierte Beschäftigung, Innovation und Unabhängigkeit in strategischen Bereichen fördert. Laut Rieper sollten diese Prioritäten auch im Haushalt der Europäischen Union für den Zeitraum 2028–2034 berücksichtigt werden, der derzeit diskutiert wird. In diese Richtung geht auch das Engagement von Stefan Pan, dem ehemaligen Präsidenten der Confindustria Südtirol und heutigen Vizepräsidenten der Confindustria mit Zuständigkeit für Europa sowie Vizepräsidenten von BusinessEurope.


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