Glocken stehen für die gegensätzlichen Pole, zwischen denen das Leben hin und her schwingt. Der Klang der Glocke, der „von oben auf uns herabschwebt“, verbindet Himmel und Erde, begleitet das Leben in all seinen Höhen und Tiefen, läutet bei Taufe und Tod, am Anfang und am Ende, bei Frieden und Unfrieden.

Streit zwischen Anrainern und zwei Pfarrern in einer kleinen italienischen Gemeinde endete vor Gericht mit einem überraschenden Urteil: Die Pfarrer müssen wegen „Störung bei der Ausübung des Berufs“ Strafe zahlen. Vor drei Jahren reichten genervte Anwohner wegen Lärmbelästigung Anzeige. Die beiden Pfarrer, die für das ständige Glockenläuten verantwortlich sind, gaben nicht nach. Daher wurden sogar zweimal die Kirchenglocken beschlagnahmt. Nun, drei Jahre nach der Anzeige, müssen die Pfarrer je 400 Euro Strafe zahlen und wurden versetzt. Die Glocken der Ulrichskirche Sant‘ Ulderico läuten wieder, aber seltener, was mehr Ruhe ins Dorf bringt.Ein Absurdum, denn die Kirche hat ihren Glauben auch beim besonderen Festakt einer Hochzeit oder Trauer oder Taufe zu leuten, betonen die Kirchenvertreter.


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