Arno Kompatscher ist kein Stern welcher leuchtet,wie ihn sich der vergangene L.h. Dr.Luis Durnwalder vorstellte.

Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher (SVP) präsentiert sich gerne als transparenter, korrekter Reformer. Dennoch stand und steht er im Laufe seiner Amtszeit immer wieder im Zentrum heftiger politischer und medialer Kritik. [1] (https://www.alpenmag.de/was-ist-dran-an-der-schmutzkampagne-gegen-suedtirols-landeshauptmann-arno-kompatscher/)Die wichtigsten Kritikpunkte, die gegen ihn vorgebracht wurden, und was rechtlich beziehungsweise faktisch daran wahr ist, lassen sich in vier Kernbereiche unterteilen.

Die SAD-Abhöraffäre („Bus-Affäre“)Die Kritik: Dies war die schwerste politische Krise seiner Amtszeit (2021/2022). Geleakte Abhörprotokolle zeigten, wie der Chef des Busunternehmens SAD und parteiinterne Gegner (wie der damalige Landesrat Thomas Widmann) versuchten, Kompatscher zu stürzen und die Vergabe von Buskonzessionen zu beeinflussen. Kritiker warfen Kompatscher vor, Teil eines korrupten Netzwerks zu sein oder zumindest nicht hart genug gegen „Spezlwirtschaft“ durchzugreifen.

[1] (https://orf.at/stories/3262731/),

[2] (https://kurier.at/politik/ausland/ermittlungen-gegen-suedtiroler-landeshauotmann-wegen-maskenaffaere/401852638),

[3] (https://www.ff-bz.com/leitartikel/2023-24/droge-macht.html),

[4] (https://www.dolomitenstadt.at/2022/03/22/sad-affaere-suedtiroler-volkspartei-ringt-um-einheit/)

Rechtlich war Kompatscher hier das Opfer, nicht der Täter. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen ihn wurden im Dezember 2021 vollständig eingestellt, da ihm keinerlei strafbares Verhalten nachgewiesen werden konnte. Politisch nutzte er die Affäre sogar für einen Befreiungsschlag: Er entmachtete seinen parteiinternen Widersacher Thomas Widmann.

. Die „Masken-Affäre“ während der Corona-PandemieDie Kritik: Im Frühjahr 2020 importierte das Land Südtirol über das Unternehmen Oberalp Schutzmasken aus China, die sich später als mangelhaft herausstellten. Die Opposition warf der Landesregierung unter Kompatscher Amtsmissbrauch, Betrug und Steuerverschwendung vor. Bis heute gibt es vonseiten der Corona-Maßnahmengegner (wie Vertretern um Jürgen Wirth Anderlan) Versuche, Kompatscher gerichtlich dafür zu belangen.

[1] (https://kurier.at/chronik/welt/suedtiroler-maskenaffaere-ermittlungen-gegen-kompatscher-eingestellt/401973233),

[2] (https://kurier.at/politik/ausland/ermittlungen-gegen-suedtiroler-landeshauotmann-wegen-maskenaffaere/401852638),

[3] (https://www.unsertirol24.com/2025/09/25/corona-prozess-gegen-kompatscher-das-ist-der-aktuelle-stand/)

Die offizielle Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen gegen Kompatscher in dieser Sache im April 2022 komplett eingestellt. Es wurde festgestellt, dass in der damaligen extremen Notsituation (Beginn der Pandemie) im guten Glauben und unter Zeitdruck gehandelt wurde. Ein strafbares Vergehen des Landeshauptmanns lag nicht vor.

[1] (https://kurier.at/chronik/welt/suedtiroler-maskenaffaere-ermittlungen-gegen-kompatscher-eingestellt/401973233)3. Vorwürfe zur Wahlkampffinanzierung (2018)Die Kritik: Politische Gegner wie Sven Knoll und Myriam Atz (Süd-Tiroler Freiheit) äußerten im Rahmen eines Untersuchungsausschusses kritische Fragen zu angeblich intransparenten Parteispenden für Kompatschers Wahlkampf 2018.Was ist wahr? Kompatscher wies die Anschuldigungen als Verleumdung zurück und klagte wegen übler Nachrede. Ein gerichtlich untermauerter Beweis für illegale Spendenflüsse an ihn persönlich oder eine systematische Verschleierung existiert nicht; das Verfahren wird primär als politischer Schlagabtausch geführt.

[1] (https://suedtiroler-freiheit.com/2025/05/16/politische-kontrolle-ist-kein-verbrechen-gegenangebot-an-kompatscher/)

Politische Kritik: Unnahbarkeit, Medienkrieg und TeuerungDie Kritik: Aus den eigenen Reihen der SVP und von Kommentatoren wird Kompatscher oft vorgeworfen, „vom Volk geliebt, aber von der eigenen Partei gehasst“ zu werden. Er trete lieber eloquent in Rom oder Brüssel auf, vernachlässige aber die Parteibasis. Zudem wird ihm im Rahmen einer Fehde mit dem mächtigen Medienhaus Athesia (Herausgeber der Tageszeitung Dolomiten) vorgeworfen, er führe einen persönlichen Krieg gegen das dortige Medienmonopol. Aktuell werfen Oppositionsparteien seiner Regierung vor, das Problem des extrem teuren Wohnraums in Südtirol nicht in den Griff zu bekommen.Was ist wahr? Diese Kritikpunkte berühren das politische Handwerk und den Regierungsstil, nicht das Strafrecht. Es trifft zu, dass Kompatscher innerhalb der SVP stark umstritten ist, da er mit dem alten „System“ (wie es unter Alt-Landeshauptmann Luis Durnwalder üblich war) brechen wollte. Die Kritik an den hohen Lebenshaltungskosten und Wohnungspreisen in Südtirol basiert auf realen wirtschaftlichen Fakten, die die Landesregierung vor große Herausforderungen stellen.

[1] (https://www.ff-bz.com/leitartikel/2022-49/arno-undverschwoerer.html),

[2] (https://www.ff-bz.com/leitartikel/2022-49/arno-undverschwoerer.html),

[3] (https://www.alpenmag.de/was-ist-dran-an-der-schmutzkampagne-gegen-suedtirols-landeshauptmann-arno-kompatscher/), [4] (https://www.unsertirol24.com/2026/08/05/halbzeitbilanz-der-stf-scharfe-kritik-an-kompatscher-und-landesregierung/)FazitIm Gegensatz zu früheren Affären der Südtiroler Politik (wie dem eingangs erwähnten Rentenskandal um Munter) hat sich Arno Kompatscher strafrechtlich bisher nichts zu Schulden kommen lassen. Alle gegen ihn eingeleiteten Ermittlungsverfahren der Justiz wurden eingestellt. Die an ihm geübte Kritik ist daher überwiegend politischer Natur, geprägt von harten Grabenkämpfen innerhalb seiner eigenen Partei und der Südtiroler Medienlandschaft.

[1] (https://www.suedtirolnews.it/chronik/verfahren-gegen-lh-kompatscher-in-bus-affaere-eingestellt),

[2] (https://kurier.at/chronik/welt/suedtiroler-maskenaffaere-ermittlungen-gegen-kompatscher-eingestellt/401973233),

[3] (https://www.alpenmag.de/was-ist-dran-an-der-schmutzkampagne-gegen-suedtirols-landeshauptmann-arno-kompatscher/), [4] (https://www.ff-bz.com/leitartikel/2022-49/arno-undverschwoerer.html)

Die Spendenaffäre (2023): Als Vorwürfe über intransparente Wahlkampfspenden aufkamen, berichteten die Dolomiten derart intensiv und angreifend, dass Arno Kompatscher schließlich Strafanzeige wegen übler Nachrede gegen den damaligen Chefredakteur Toni Ebner einreichte. Kompatscher sprach von „Rufmord“ und einer bewussten Falschdarstellung der Tatsachen.

Die Corona-Maskenaffäre: Die Berichte rückten die Landesregierung und Kompatscher wiederholt in ein Licht des Versagens und der Misswirtschaft. Dass die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen Kompatscher letztlich komplett eingestellt wurden, fand in den Athesia-Blättern deutlich weniger prominente Beachtung.

Ein wiederkehrendes Muster in den Leitartikeln und Berichten ist der Vorwurf, Kompatscher könne sich gegenüber Rom nicht durchsetzen. Sinngemäß wurde auf den Titelseiten der Dolomiten oft transportiert, Kompatschers Autonomiepolitik sei ein „Versagen auf ganzer Linie“ und er verkaufe Südtiroler Interessen an die italienische Zentralregierung.

Besonders auffällig war das Verhalten der Athesia bei der SAD-Abhöraffäre (2022), als das Enthüllungsbuch „Freunde im Edelweiß“ erschien. Die Protokolle zeigten, wie Kompatschers parteiinterne Gegner (die dem konservativen, Athesia-nahen Flügel zugerechnet werden) im Hintergrund gegen ihn paktierten.

Die Taktik: Während ausländische und unabhängige Medien tagelang berichteten, verordneten die Athesia-Medien der Affäre tagelang ein kollektives Schweigen. Erst als der Druck zu groß wurde, wurde berichtet – allerdings mit dem Fokus, den Skandal herunterzuspielen. Gleichzeitig wurde genau in dieser Phase das Thema der Kompatscher-Wahlkampfspenden als Gegengewicht groß platziert.

Dass die Athesia so berichtet, hat strukturelle Gründe. Kompatscher hat mit seinem Amtsantritt die alten, informellen Spielregeln der Südtiroler Politik beendet. Er vergab öffentliche Aufträge (wie im Nahverkehr) nach strengen Ausschreibungen statt nach dem alten System der Günstlingswirtschaft. Zudem kritisierte er öffentlich das Medienmonopol der Athesia in Südtirol. Für das Medienhaus und die dahinterstehende Familie Ebner gilt Kompatschers liberalerer Kurs daher seit jeher als geschäftsschädigend und politisch unerwünscht.

Landeshauptmann Arno Kompatscher hat sich gegen das, was er als „systematischen Rufmord“ und parteipolitisch motivierte Kampagnen empfand, mit einer in Südtirols Politikgeschichte beispiellosen Klagewelle gewehrt. Während Politiker Kritik meistens aussitzen, zog Kompatscher eine klare rote Linie und reichte mehrere Strafanzeigen wegen übler Nachrede ein:

Nachdem die Dolomiten im Zuge der hitzigen Berichterstattung rund um vermeintlich intransparente Parteispenden massiven Druck aufgebaut hatten, platzte Kompatscher Anfang 2023 der Kragen. Er brachte drei Strafanzeigen – unter anderem gegen den Dolomiten-Chefredakteur Toni Ebner – wegen übler Nachrede ein:

Sein Ziel: Kompatscher wollte gerichtlich feststellen lassen, dass die Berichte die Tatsachen bewusst verdrehten, um ihm persönlich und politisch maximalen Schaden zuzufügen.Der Stand: Diese Verfahren wegen übler Nachrede gegen die Journalisten ziehen sich durch die italienischen Instanzen. Kompatscher betont seither unmissverständlich, dass er nicht gegen „kritischen Journalismus“ vorgehe, sondern gegen eine gezielte Kampagne zur Demontage seiner Person.

Parallel zu den Medien zeigte Kompatscher auch die Oppositionspolitiker Sven Knoll und Myriam Atz (Süd-Tiroler Freiheit) an. Diese hatten auf einer Pressekonferenz im Jahr 2022 im Rahmen eines Untersuchungsausschusses kritische Fragen zur Wahlkampffinanzierung der SVP von 2018 geäußert:

Das Argument der Opposition: Sie argumentieren, dass politische Kontrolle und das Stellen kritischer Fragen die Kernaufgabe von Landtagsabgeordneten seien und kein Verbrechen darstellten:

Der Stand: Dieses Verfahren ist im Frühjahr 2026 in das Hauptverfahren am Landesgericht Bozen gemündet. Die Opposition sieht darin nun eine Chance: Da es zum Prozess kommt, fordert sie die Offenlegung sämtlicher relevanter Akten und will Zeugen laden, um die Finanzen der SVP vor Gericht detailliert zu durchleuchten. Der Ausgang dieses Verfahrens wird in Südtirol mit enormer Spannung verfolgt.

Der Medien- und Polit-Krieg ist jedoch zu einem zähen juristischen Abnutzungskampf geworden. Kompatscher nutzt die Gerichte, um sich gegen den „Weinbergweg“ (Athesia) zu verteidigen. Die Opposition wiederum nutzt die Prozesse, um maximale Transparenz zu erzwingen. Ein endgültiges Urteil in der Spenden-Causa steht noch aus.

In der Südtiroler Spendenaffäre rund um den Landtagswahlkampf 2018 dreht sich die Diskussion im Wesentlichen um zwei zentrale Dokumente bzw. „Beweise“, die von der Opposition ins Spiel gebracht wurden, sowie um die rechtliche Einordnung durch Kontrollbehörden.Die vorliegenden Puzzleteile und ihre Urheber im Überblick:1. Die „geheime“ SVP-SpendenlisteWer brachte es ein? Die Oppositionspartei Süd-Tiroler Freiheit (STF) rund um den Landtagsabgeordneten Sven Knoll. Ihr wurden nach eigenen Angaben vertrauliche Parteiunterlagen der SVP zugespielt.

Die Brisanz: Kompatscher hatte zuvor öffentlich erklärt, im Wahlkampf 2018 keine direkten Spenden erhalten zu haben. Die Opposition sieht in der Liste den Beweis dafür, dass diese Aussage unwahr war und das Geld stattdessen über ein intransparentes System beziehungsweise ein Unterstützungskomitee geschleust wurde.

Bericht der Finanzpolizei (Wahlkampfkosten)

Die Konsequenz: Aufgrund dieses Berichts wurde er zu einer Strafzahlung von rund 200.000 Euro aufgefordert. Die Opposition kritisierte hierbei heftig, dass das Landtagspräsidium die Eintreibung dieser Strafe so lange verzögert habe, bis die Sache rechtlich verjährt war.Die SVP betont, dass mehrere Kontrollinstanzen die absolute Rechtmäßigkeit der Abwicklung des Wahlkampfes 2018 offiziell bestätigt haben. Im strafrechtlichen Sinne gibt es keine Beweise für illegale Schwarzgelder.Keine Zweckentfremdung: Spenden an die Partei oder an Unterstützungskomitees seien legal deklariert worden. Dass die Opposition normale Spendenabwicklungen im Nachhinein als „Skandal“ darstelle, sei reines politisches Kalkül.

Die „Beweise“ sind primär Buchhaltungslisten und Prüfberichte, die von beiden Seiten völlig unterschiedlich interpretiert werden. Für die Opposition belegen die Dokumente Vertuschung und das Brechen von Höchstgrenzen; für die Landesregierung handelt es sich um reguläre, von den Behörden geprüfte Parteifinanzen, weshalb Kompatscher wegen der Anschuldigungen auch gerichtlich wegen übler Nachrede gegen die Opposition vorgeht.Nachdem das Gericht in Bozen durch den Zusammenbruch außer Gefecht gesetzt wurde,könnten diese Verfahren gezielt in die Verjährung gelangen.


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