Weltweit steigt die Zahl kosmetischer Eingriffe im weiblichen Genitalbereich, wobei die weibliche kosmetische Genitalchirurgie (FGCS) sich auf operative Maßnahmen zur Verbesserung des Erscheinungsbilds ohne medizinische Indikation konzentriert, einschließlich Labienplastiken und anderen Eingriffen. Im Jahr 2024 wurden 210.633 Labienplastiken von 2975 plastischen Chirurgen durchgeführt, was einen Anstieg von 3,7 % gegenüber 2023 und 48,2 % in den letzten fünf Jahren bedeutet. Diese Daten beziehen sich nur auf die ISAPS-Teilnehmer und decken einen kleinen Teil der globalen Eingriffe ab. In Deutschland wurden 2020 circa 11.188, 2022 etwa 13.000 und 2023 rund 9000 Labienplastiken durchgeführt. Studien zeigen eine hohe Variabilität in den biometrischen Maßen der Vulva, die in verschiedenen ethnischen Gruppen erhebliche Unterschiede aufweisen, was die Notwendigkeit umfassenderer Forschung in diesem Bereich unterstreicht.

Diagramm der weiblichen Geschlechtsorgane mit Beschriftungen für Klitoris, Harnröhre, Vagina, Schamlippen (äußere und innere) und Perineum.

Die Forschung zeigt keinen signifikanten Zusammenhang zwischen der Breite der kleinen Schamlippen und dem Erscheinungsbild von Genitalien, wobei etwa die Hälfte der Frauen Bedenken äußert, unabhängig von deren Breite. In den letzten 15 Jahren wurde eine Tendenz beobachtet, die Indikation für Labienplastiken bereits bei Breiten ab 2 cm zu stellen. Die Nachfrage nach Labienplastiken steigt, bedingt durch gesellschaftliche Schönheitsideale und die verstärkte Sichtbarkeit der weiblichen Genitalien. Ästhetische Bedenken sind der Hauptgrund für diese Eingriffe, oft verbunden mit psychologischen Faktoren wie mangelndem Selbstvertrauen und Scham. Studien weisen darauf hin, dass Labienplastiken die sexuelle Funktion und das psychische Wohlbefinden kurzfristig verbessern können, jedoch herrscht Unklarheit über die langfristigen Auswirkungen. Besonders bei Jugendlichen ist eine Labienplastik problematisch, da sie irreversible Veränderungen an einem entwicklungsrelevanten Körperteil darstellt. Fachverbände empfehlen, solche Eingriffe bis zur Volljährigkeit zu verschieben, um eine informierte Entscheidung zu ermöglichen. Gynäkologen sollten Patientinnen über die Risiken und die Variabilität normaler Genitalien aufklären und eine angemessene psychische Betreuung sicherstellen.


Entdecke mehr von "Radio Südtirol"Ihr Schlager & Heimatwebradio im Livestream

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Kommentar verfassen